Trainingswochen in Lake Placid vom 5 bis 20 März.

Die Piloten Cédric Follador und Timo Rohner durften mit je zwei Anschiebern, ich war einer von ihnen, für ein zweiwöchiges Training nach Lake Placid, Amerika, reisen.

Es war eine lange Reise, Flug bis Montreal und von dort mit dem Auto nach Lake Placid. Todmüde und nach Schweiss stinkend kamen wir im Hotel an und freuten uns auf eine Dusche und Bett. Unsere Freude wurde aber getrübt, als uns Anschieber ein kleines enges Viererzimmer zugeteilt wurde, mit Doppelbetten von 1.40m. Sehr «kuschelig»!

Die ersten zwei Tage hatten wir frei. Wir besichtigten die Bahn und Schlitten, welche ziemlich alt waren. Unsere eigenen Schlitten nahmen wir nicht mit. Ansonsten erkundeten wir die nähere Umgebung mit Besichtigungen und «shoppen», oder nutzten das hoteleigene Hallenbad.

Dann endlich fing das Bahntraining an. Am ersten Tag starteten wir vom «Damenstart» aus, um die Bahn kennenzulernen. Für Cédric war es Première, er fuhr noch nie auf dieser Bahn. So war ich doch etwas nervös, doch Cédric ist wirklich ein guter Pilot und meisterte es mit Bravour. Wenn man als Anschieber die Bahn nicht kennt, wirft es einen in den Kurven ziemlich hin und her, vor allem wenn es eine Strecke mit vielen und engen Kurven ist und sie immer schneller wird. So hatte ich die ersten Tage immer Kopfweh. Wenn man dann die Strecke kennt und weiss wann und wo die Kurven kommen, fährt man ganz anders mit. Mit dem Krafttraining nahmen wir es nicht so ernst. Einerseits war es Ende Saison und anderseits wollten wir auch die Zeit in Amerika geniessen.

Das Mittagessen nahmen wir immer in einem nahegelegenen «Subway» ein, dessen Betreiber ein grosser Bobfan ist und dementsprechend viele Fotos hängen hat, jetzt auch eines von uns. Generell hat der Bobsport in Lake Placid einen viel grösseren Stellenwert als bei uns. Wir wurden immer wieder auf unseren Sport angesprochen. Schön, wäre es hier auch so. Für das Abendessen suchten wir uns ein Restaurant aus, auf was wir gerade Lust hatten. Für das Frühstück, welches wir eigentlich im Hotel einnehmen konnten, aber zahlen mussten, machten wir immer einen Zwischenstopp in einem Geschäft auf dem Weg zur Bahn.

Am Wochenende wären wir gerne nach New York, aber der anhaltende Schneefall machte uns leider einen Strich durch unser Vorhaben. Wir machten aber Spaziergänge über den zugefrorenen See, spielten Bowling oder gingen schiessen. Natürlich sind wir ab und zu auch etwas Trinken gegangen in die berühmte Bobfahrerbar «zigzack». Der Name kommt von einer Kurvenkombination der alten Bahn.

Zum Abschluss unserer Trainingswochen sind wir am letzten Tag noch mit dem Viererbob gefahren, Cédric, Nicola, Timo und ich. Ich glaube, nun sind wir für diese Bahn bereit! Hoffen wir, dass wir diese nächste Saison auch im Weltcup fahren können.

Es war eine coole Zeit in Amerika. Ein Land wie man es aus den Filmen kennt, alle fahren riesengrosse Pickups, die leichtgebauten Häuser, viele «Fastfood» Geschäfte und alles ist ein bisschen übertrieben.

Ich war aber auch wieder froh nach Hause zu können. Zuerst mussten wir aber eine langen Heimreise antreten, wir starteten um 18.00 Uhr in Montreal und landeten gegen 7.00 Uhr in Zürich. Endlich wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen, ohne Knie, Ellenbogen und «Geschnarche», und wieder gutes Essen zu geniessen. Es war alles etwas fettig.                                                            

                         -ES WAR EIN TOLLES ERLEBNIS UND ERFAHRUNG

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